Die Website linkzar.ru und sein Betreiber, bekannt als der "Linkzar", sorgte in den letzten Wochen für viel Furore. Er hatte auf seiner Website angekündigt, jedem, der sich negativ über russische Backlinks (Backlinks = Rückverweise) äußerte, zu schaden.
Inzwischen hat der Hype um ihn und seine russischen Backlinks nachgelassen. Ich habe mir die zahlreichen Diskussionen zum Anlass genommen und ein paar Kriterien zusammengestellt, die Sie beim Setzen von Backlinks beachten sollten. Denn zusätzliche Backlinks können die Popularität Ihrer Website bei den Suchmaschinen steigern. Sie können somit die Positionierung verbessern und bei den richtigen Suchbegriffen auch zusätzliche Besucher generieren.
Ich möchte in den nächsten Abschnitten die folgenden Fragen erörtern und beantworten:
Welche Möglichkeiten habe ich, um Backlinks zu setzen?
Was sollte ich dabei beachten?
Wie kann ich mir Backlinks zu Nutze machen?
Den richtigen Partner finden
Auf der Suche nach themenrelevanten Linkpartnern sollten Sie überprüfen, ob dieselbe Zielgruppe angesprochen wird, ob es inhaltliche Gemeinsamkeiten gibt und ob der potenzielle Linkpartner aus demselben oder einem ähnlichen Geschäftsbereich kommt.[1]
Einsatz mit Maß
Die Verwendung von Artikelverzeichnissen und Webkatalogen sollte sich in Grenzen halten und sich auf qualitative Kataloge und Verzeichnisse beschränken. Denn der Missbrauch solcher Verzeichnisse ist hoch. Beispielsweise machen sich manche Internetlinge die Artikelseiten zu Nutze, um auf kostenpflichtige und teilweise weniger seriöse Internetseiten zu verlinken, damit diese im Ranking steigen. Ein weiteres damit verbundenes Problem ist das Suchmaschinen-Spamming, bei dem Artikelverzeichnisse erstellt werden, die lediglich die Seite im Ranking nach vorne treiben und hohe Einnahmen erzielen, ohne jedoch relevante Informationen für den Nutzer zu enthalten. Eine so erreichte Linkpopularität lässt folglich nicht automatisch auf die Qualität einer Website schließen. Aus diesem Grund werden inzwischen etliche Verzeichnisse von den Suchmaschinen abgewertet, da ein Großteil nur zu dem Zweck der Backlink-Generierung angelegt wird.In kostenlosen Webkatalogen, wie dem Open Directory Project (OPD) werden Webseiten geprüft und zu bestimmten Themenbereichen zugeordnet. Diese Unterteilung nutzen die Suchmaschinen u.a., um die Relevanz von Keywords einzuschätzen. Ihr Eintrag in solche Verzeichnisse rentiert sich langfristig nur dann, wenn Sie Suchbegriffe wählen, zu denen die Nutzer entsprechende Informationen auf Ihrer Website finden.
Presseportale nutzen
Eine andere Alternative stellt die Nutzung der Presseportale dar. Hier rentiert es sich mitunter über themenrelevante Pressemeldungen gezielt Backlinks zu generieren. Achten Sie beim Verfassen der Meldung darauf, relevante Keywords einfliessen zu lassen. Denn häufig werden die Backlinks darüber generiert. Formulieren Sie den Text so, dass er auf der einen Seite nicht nach einem Werbetext in eigener Sache klingt. Auf der anderen Seite sollten Sie die Adresse der Website und den Namen der Firma bereits relativ am Anfang einfliessen lassen und auch relevante Begriffe in den Text einarbeiten.
Ein Auszug aus einer Mitteilung sollte dies deutlich machen:
"Morgana wird seit März 2009 von Avaya, dem führenden Anbieter von IP-Telefonie, als Internet-Marketing-Agentur empfohlen."
Neben der Generierung eines Backlinks, haben Sie gleichzeitig die Chance das Suchmaschinen-Ranking für das betreffende Keyword zu verbessern.
Mit dem Trend gehen
Ein Trend, der bereits längere Zeit anhält, ist die Verwendung von Social Bookmarks. Ziel ist es, dass so viele User wie möglich Ihre Webseite als Lesezeichen speichern - sei es da diese thematisch relevant oder einfach interessant ist. Mittlerweile werden aber auch viele Links der Social Bookmark Sites von den Betreibern entwertet, so dass sie keine Linkkraft auf Ihre Website weitergeben. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass auch Besucher die Plattformen nutzen, für die das keine Rolle spielt.
Nützliche Tipps vom Profi
Ed Dale hat in einem Video auf YouTube ein paar sehr nützliche Tipps gegeben, die ich hier nur kurz zusammenfassen möchte. (Für wen die englische Sprache kein Problem ist, der kann sich das ca. 15-minütige Video vollständig ansehen.)
Er rät zum Beispiel: Setzen Sie Backlinks in Blogs, Foren und Gästebüchern, aber beachten Sie die individuell festgelegten Regeln. Und setzen Sie nicht wahllos überall einen Link, denn das wird als Spam empfunden und sehr schlecht gewertet. Seien Sie ein bisschen kreativ. Stellen Sie sich in der "Nachbarschaft" vor. Sie wollen zur Gemeinschaft dazu gehören, sich integrieren und Sie möchten, dass diese Beziehung möglichst lange bestehen bleibt. Denn wer kommt nicht gerne gut mit seinen "Nachbarn" klar? Schreiben Sie sich in Foren ein, stoßen Sie zur bereits bestehenden Diskussion dazu und schreiben Sie einen nützlichen und sinnvollen Beitrag. Dabei können Sie dann ganz nebenbei und unaufdringlich auf Ihre eigene Website verweisen.
Ein weiterer Tipp von Ed hinsichtlich der Nutzung von Google Groups: Sie können sich dort auch nur über Diskussionen per Email benachrichtigen lassen, wenn diese Ihr Keyword enthalten. So können Sie ganz gezielt an diesen ausgewählten Diskussionen teilnehmen.
Und damit komme ich zu dem letzten und wichtigsten Kriterium: Der Inhalt! Sie können noch so viele Backlinks gesetzt haben, sei es nun auf deutschen, russischen oder japanischen Seiten. Diese Backlinks passen im Idealfall auch zu Ihrer Website und zur Branche. Die Popularität der Website steigt dadurch nur kurzzeitig. Denn wenn Sie wirklich "nach oben" wollen, also die Suchmaschinen Ihre Website als relevant einstufen sollen, braucht die Website Inhalte. Und zwar interessanten, abwechslungsreichen und vor allem für den Nutzer relevanten Inhalt.
Denn wenn eine Seite wirklich relevant und nützlich ist, kann auch so eine Aktion, wie die des "Linkzars", keinen größeren Schaden anrichten. In diesem Sinne: "Auf gute Nachbarschaft!"