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Google führt Behavioral Targeting (interessenbezogene Werbung) ein

Start > Newsletter > Archiv 2009 > März/April > Behavioral Targeting
 

Google führt Behavioral Targeting (interessenbezogene Werbung) ein


von Birger Friedrichs

 

Gezielt werbenDie Überschrift klingt toll, nicht wahr? Aber was ist Behavioral Targeting überhaupt?

 

Beim Behavioral Targeting (interessenbezogene Werbung) geht es darum, dass ich dem Nutzer noch relevantere Inhalte bzw. Werbung anzeige. Durch eine ausgeklügelte Technik können damit Anbieter und Werbetreibende noch gezielter ihre Werbeanzeigen ausliefern bzw. schalten. Die Werbung wird für den Besucher nur sichtbar, wenn sie für ihn relevant bzw. interessant ist. So bekommt zum Beispiel ein Besucher, der sich besonders für das Thema Mallorca interessiert, gezielt Werbung zum Thema Mallorca Reisen eingeblendet.

Woher kennen die Anbieter meine Interessen?


Es werden keine persönlichen Daten von Ihnen abgefragt, aber während Sie sich durch das Internet bewegen und von Website zu Website browsen oder in den Suchmaschinen stöbern, werden anonymisierte Daten gesammelt.[1] Damit geben Sie indirekt zu erkennen, für welche Themen Sie sich begeistern bzw. der Nutzer des Browsers interessiert. Wenn wir beim obigen Thema bleiben, dann reicht es, wenn Sie häufig Websites zum Thema Mallorca und Reisen besuchen, nach solchen Begriffen in den Suchmaschinen suchen oder sich Videos zu dem Thema anschauen.

Was macht Google und welche Auswirkungen hat das Behavioral Targeting auf mich?


Google sammelt ebenfalls Daten in anonymisierter Form. Während Sie sich auf Websites mit Google Werbung oder auf YouTube bewegen, wird Ihr bzw. besser das Surfverhalten Ihres Browsers aufgezeichnet und bewertet. Über ein Cookie ist Ihr Browser dann eindeutig zu identifizieren.[2] Anhand der Daten und der Zuordnung über das Cookie zu Ihrem Browser wird Ihnen dann (hoffentlich) gezieltere Werbung angezeigt.

 

Letztendlich haben also alle etwas davon:

 
  • Google hat zufriedenere Werbekunden
  • Die Werbekunden erzielen mehr Erfolg mit ihren Kampagnen
  • Sie sehen Werbung, die für Sie interessant bzw. relevant ist

Wie kann ich mich dem Behavioral Targeting entziehen?


Wenn Sie sich jetzt als gläserner Besucher fühlen, können Sie sich auch dem Google Behavioral Targeting bzw. der interessenbezogenen Werbung widersetzen.  Google hat dazu extra den so genannten „Ads Preferences Manager“ geschaffen. Über den Button „Deaktivieren“ auf der Seite können Sie das Behavioral Targeting auf Ihrem Computer (und nur dort) abschalten. Da dies ebenfalls über ein Cookie funktioniert, hat die Sache einen Nachteil: Die Funktion ist nur auf diesem Computer deaktiviert und auch nur so lange das Cookie nicht gelöscht wird. Wenn Sie einen anderen Computer bzw. Browser benutzen oder die Cookies gelöscht haben, ist die Funktion wieder aktiv.

 

Wem die Cookie-Lösung zu unsicher ist, dem stellt Google eine Alternativlösung zur Verfügung: Mittels eines Plug-Ins (Erweiterung) für Ihren Browser (Internet Explorer oder Mozilla Firefox) können Sie das Behavioral Targeting dauerhaft in Ihrem Browser deaktivieren.

 

Wer sich einen schnellen Überblick über das Behavioral Targeting bzw. die interessenbezogene Werbung bei Google verschaffen möchte, kann sich das 4-minütige Video zu diesem Thema anschauen. Hier wird insbesondere das Thema Datenschutz angesprochen.

 

Video zu Googles Behavioral Targeting

 

 

Es sei angemerkt, dass sich nicht nur Google mit Behavioral Targeting beschäftigt, sondern dies auch andere Werbenetzwerke einsetzen. Wer sich dem bei möglichst vielen Netzwerken entziehen möchte, der kann sich über die Website der Network Advertising Initiative die entsprechenden Cookies schnell und einfach löschen lassen.

 

[1] - „Behavioral Targeting“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie

[2] - Internet Marketing World: Google steigt ins Behavioural Targeting ein

Bild: flickr.com - Straight to the point!!! von Daadi (Lizenz: Creative Commons)
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