von Birger Friedrichs

Die Überschrift klingt toll, nicht wahr? Aber
was ist Behavioral Targeting überhaupt?
Beim Behavioral Targeting (interessenbezogene Werbung) geht es darum, dass ich dem Nutzer noch relevantere Inhalte bzw. Werbung anzeige. Durch eine ausgeklügelte Technik können damit Anbieter und Werbetreibende noch
gezielter ihre Werbeanzeigen ausliefern bzw. schalten. Die Werbung wird für den Besucher nur sichtbar, wenn sie für ihn relevant bzw. interessant ist. So bekommt zum Beispiel ein Besucher, der sich besonders für das Thema Mallorca interessiert, gezielt Werbung zum Thema Mallorca Reisen eingeblendet.
Woher kennen die Anbieter meine Interessen?
Es werden keine persönlichen Daten von Ihnen abgefragt, aber während Sie sich durch das Internet bewegen und von Website zu Website browsen oder in den Suchmaschinen stöbern, werden
anonymisierte Daten gesammelt.
[1] Damit geben Sie indirekt zu erkennen, für welche Themen Sie sich begeistern bzw. der Nutzer des Browsers interessiert. Wenn wir beim obigen Thema bleiben, dann reicht es, wenn Sie häufig Websites zum Thema Mallorca und Reisen besuchen, nach solchen Begriffen in den Suchmaschinen suchen oder sich Videos zu dem Thema anschauen.
Was macht Google und welche Auswirkungen hat das Behavioral Targeting auf mich?
Google sammelt ebenfalls Daten in anonymisierter Form. Während Sie sich auf Websites mit Google Werbung oder auf YouTube bewegen, wird Ihr bzw. besser das
Surfverhalten Ihres Browsers aufgezeichnet und bewertet. Über ein Cookie ist Ihr Browser dann eindeutig zu identifizieren.
[2] Anhand der Daten und der Zuordnung über das Cookie zu Ihrem Browser wird Ihnen dann (hoffentlich) gezieltere Werbung angezeigt.
Letztendlich haben also alle etwas davon:
- Google hat zufriedenere Werbekunden
- Die Werbekunden erzielen mehr Erfolg mit ihren Kampagnen
- Sie sehen Werbung, die für Sie interessant bzw. relevant ist
Wie kann ich mich dem Behavioral Targeting entziehen?
Wenn Sie sich jetzt als gläserner Besucher fühlen, können Sie sich auch
dem Google Behavioral Targeting bzw. der interessenbezogenen Werbung widersetzen. Google hat dazu extra den so genannten „
Ads Preferences Manager“ geschaffen. Über den Button „Deaktivieren“ auf der Seite können Sie das
Behavioral Targeting auf Ihrem Computer (und nur dort) abschalten. Da dies ebenfalls über ein Cookie funktioniert, hat die Sache einen
Nachteil: Die Funktion ist nur auf diesem Computer deaktiviert und auch nur so lange das Cookie nicht gelöscht wird. Wenn Sie einen anderen Computer bzw. Browser benutzen oder die Cookies gelöscht haben, ist die Funktion wieder aktiv.
Wem die Cookie-Lösung zu unsicher ist, dem stellt Google eine
Alternativlösung zur Verfügung: Mittels eines
Plug-Ins (Erweiterung) für Ihren Browser (Internet Explorer oder Mozilla Firefox) können Sie das Behavioral Targeting dauerhaft in Ihrem Browser deaktivieren.
Wer sich einen schnellen Überblick über das Behavioral Targeting bzw. die interessenbezogene Werbung bei Google verschaffen möchte, kann sich das
4-minütige Video zu diesem Thema anschauen. Hier wird insbesondere das
Thema Datenschutz angesprochen.
Video zu Googles Behavioral Targeting