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| Wie können Firmen und Unternehmen Twitter nutzen? |

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von Birger Friedrichs und Dirk Meyer, letztes Update vom 16.04.2010
Kennen Sie Twitter? Nein? Dann sind Sie noch nicht "infiziert". Wenn ja, dann können Sie den ersten Absatz überspringen und gleich zu Ihrem Thema gehen...
Twitter ist ein so genannter Microblogging-Dienst mit dem Sie Kurznachrichten von bis zu 140 Zeichen im Internet veröffentlichen können. Diese Nachrichten (auch Tweeds genannt) kann dann jeder auf Ihrer Twitter-Seite lesen. Wenn er Ihre Mitteilungen und Nachrichten interessant findet und mehr von Ihnen lesen möchte, dann kann er Ihnen "folgen". Das bedeutet, er bekommt direkt Ihre neuesten Nachrichten in seinem eigenen Twitter-Profil angezeigt. So oder ähnlich lässt sich der Dienst in etwas mehr als 140 Zeichen zusammenfassen.
Was habe ich davon?
Twitter ist über das letzte Jahr enorm schnell gewachsen. Die Anzahl der Nutzer ist von Februar 2008 bis Februar 2009 auf 7 Millionen gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 1.382%. Durch den großen Nutzerzuwachs ist es längst nicht mehr nur eine Plattform, um sich mit Freunden auszutauschen, sondern es ist auch eine wichtige Komponente für das Marketing geworden. [1]
Mit Twitter können Sie das aktuelle Geschehen zu allen Themen, die Sie interessieren, live verfolgen. Dazu können Sie ganz einfach ähnlich wie bei Google die Twitter Suche oder z.B. den Dienst TweetBeep nutzen. Mit Letzterem können Sie Ihren Firmennamen oder Ihre Produkte in Twitter überwachen und werden stündlich darüber informiert, wie über Sie gedacht und gesprochen/geschrieben wird.
Wie nutze ich Twitter sinnvoll für mein Unternehmen/meine Firma?
Über Twitter können Sie geschickt weitere Nutzer über Ihre Produkte und Dienstleistung informieren. Ich spreche hier mit Absicht nicht von Werbung, denn die Inhalte müssen für andere nützlich und interessant sein. Ansonsten wird Ihnen schnell niemand mehr zuhören.
Veröffentlichen Sie hilfreiche Inhalte und Links zu interessanten und passenden Themen. Leiten Sie interessante Nachrichten von anderen an die Nutzer, die Ihnen folgen, weiter (ReTweeting). Machen Sie auf Ihrer Website oder im Newsletter bekannt, dass Sie auch über Twitter zu erreichen sind.
Versuchen Sie ein Netzwerk bzw. Verbindungen aufzubauen. Folgen Sie anderen Twitter-Nutzern in Ihrem Bereich. Hören Sie Ihnen zu und treten Sie mit ihnen in Kontakt bzw. diskutieren Sie mit. So können Sie Ihr Twitter-Netzwerk bzw. Ihre Follower ausbauen.
Bedenken Sie, dass Twitter weltweit alle Inhalte, Nachrichten und Links der Nutzer zu allen Themen aggregiert. Sie können daher mit Twitter wunderbar Ihren Markt bzw. Ihre Umgebung analysieren und befragen:
- Wie agieren/reagieren die Nutzer in Ihrem Markt?
- Was denken die Nutzer über Sie bzw. über Ihre Firma?
- Was denken die Nutzer über Ihre Produkte oder Dienstleistungen?
- Was denken die Nutzer über Ihre Konkurrenzprodukte?
- Was macht bzw. wie reagiert die Konkurrenz?
Beobachten Sie zum Beispiel, die für Sie wichtigen Firmen-, Marken- und Produktnamen. So können Sie direkt auf Probleme, Fragen und Anregungen von anderen Nutzern reagieren. Durch die Kommunikation mit anderen Nutzern erfahren Sie eventuell, wie Sie Produkte oder Dienstleistungen noch kundenfreundlicher gestalten oder weiter verbessern können. Diese werden es Ihnen danken und vielleicht mit zusätzlicher Treue belohnen.
Helfen Sie anderen Nutzern, die Probleme mit Ihren oder ähnlichen Produkten haben. Als Telefonanlagen-Spezialist können Sie zum Beispiel den Twitter-Stream für das Keyword [telefonanlage] überwachen (siehe Screenshot) und evtl. andere Nutzer mit Ihren Dienstleistungen und Produkten überzeugen. Aber immer daran denken: Keine plumpe Werbung!
Wenn Sie eine gute Übersicht über die Möglichkeiten mit Twitter suchen, dann empfehle Ich Ihnen den "Visual Guide to Using Twitter" (in Englisch). Eine gelungene bildliche Darstellung für welche Zwecke Twitter eingesetzt werden kann.
Mittlerweile reagieren sogar schon die ersten CRM-Hersteller auf Twitter: So lässt sich zu Beispiel das CRM-Tool Salesforce mit Twitter verbinden. Damit lassen sich dann direkt über Salesforce Twitter-Nachrichten finden und auch aktiv verfolgen.[2]
Bedenken Sie aber auch, dass alles was Sie veröffentlichen, für jeden im Netz zugänglich ist. Denken Sie demnach lieber zweimal nach, bevor Sie eine Nachricht senden. :)
Auch wird nicht jeder für sich einen Nutzen aus Twitter ziehen (oder vielleicht noch nicht jetzt). Aber das muss auch nicht sein. Es schadet allerdings nicht, es einmal auszuprobieren.
UPDATE: Eine sehr gute Präsentation zum Thema "Twitter im Unternehmenseinsatz" habe ich noch auf dem Blog talkabout von Mirko Lange gefunden. Tipp: Einfach durchblättern!
Wer nutzt Twitter in Deutschland?
Wird Twitter nur von Teenagern zum Zeitvertreib genutzt oder ist es wohlmöglich ganz anders? Das Ergebnis der ersten deutschen Twitterumfrage bringt Licht ins Dunkle und ist höchst interessant. Dabei wurden knapp 2.800 Nutzer befragt und die Ergebnisse anschließend ausgewertet:
Der typische deutsche Twitter-Nutzer ist durchschnittlich 32 Jahre alt, zu 74% männlich und hat zu 78% mindestens Abitur.
Interessant ist auch die Auswertung welche Position der deutsche Twitter-Nutzer inne hat. Zu 25% sind es Führungskräfte oder Unternehmer/Unternehmerinnen.
Wie kann ich jetzt loslegen?
Als erstes sollten Sie sich bei Twitter anmelden und einen Benutzer erstellen. Wählen Sie einen passenden Benutzernamen aus (sofern dieser noch frei ist). Benutzen Sie entweder Ihren Firmennamen oder Ihren richtigen Namen oder eine Kurzform des Namens. Danach können Sie direkt über die Twitter-Website Ihre 140-Zeichen-Nachrichten veröffentlichen. Über den Dienst Twitpic ist es auch möglich, ganz einfach Bilder zu veröffentlichen und anderen diese über Twitter mitzuteilen.
Eine etwas komfortablere Bedienung erreichen Sie, wenn Sie einen der verschiedenen Twitter-Clients nutzen. Dies sind Applikationen, die Sie auf Ihrem Rechner installieren. Mit diesen können Sie dann ebenfalls (ähnlich wie mit Ihrem Email Programm) Nachrichten empfangen und senden, anderen Nutzern folgen oder nach interessanten Themen suchen.
Populäre Twitter-Clients sind zum Beispiel: twhirl und Tweetdeck sowie die Firefox Erweiterung Twitterfox. Selbstverständlich gibt es auch Software für das iPhone (Twittelator) sowie den Blackberry (TwitterBerry).
Vergessen Sie nicht Ihr Twitter-Profil zu aktualisieren, in dem Sie kurz beschreiben, wer Sie sind, was Sie machen und woher Sie kommen. Dadurch können andere Twitter-Nutzer Sie besser einordnen und entscheiden, ob Sie Ihnen folgen oder nicht (neben den von Ihnen veröffentlichen Nachrichten). Ganz wichtig: Nutzen Sie die Möglichkeit des Profilbildes, indem Sie ein Foto oder ein Firmenlogo einstellen.
Geben Sie einem Firmen-Konto aber auch eine gewisse persönliche Note. Es ist wichtig, dass zu erkennen ist, dass dahinter Menschen stehen und nicht nur einfach ein PR-Apparat.
Wenn Sie möchten, können Sie sogar noch den Hintergrund Ihrer Profilseite attraktiv gestalten sowie farbliche Anpassungen vornehmen. Auch das brauchen Sie nicht mehr manuell zu tun. Auch hierfür gibt es mittlerweile Online-Helfer wie zum Beispiel den freetwitterdesigner.
Die Einrichtung eines Twitter-Kontos geht sehr schnell. Sie können sofort loslegen und mit Ihren Freunden, Kunden, Partnern und Interessenten kommunizieren. Dazu gibt es mittlerweile noch viele weitere Twitter-Tools, die das Twitter-Leben erleichtern. Diese hier zu nennen, würde aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen das Thema Twitter etwas näher bringen und Sie haben einen groben Eindruck bekommen, was es ist, was es kann und wie Sie es nutzen können.
UPDATE: Twitter macht nun das, was auch viele anderen kostenfreie Dienste im Bereich "Social Media" verschlafen haben: Es entwickelt ein Geschäftsmodell. Der Microbloggingdienst Twitter stellte sein Konzept für Online-Werbung - die sogenannten „Promoted Tweets“ vor. Mit der Keyword-basierten Werbung, welche nach der Eingabe von Suchbegriffen erfolgt, möchte Twitter "die Kommunikation, die Unternehmen mit Kunden bereits auf Twitter haben, weiter ausbauen“, sagt Twitter-Chef Dick Costolo zu der Neuerung. Best Buy, Virgin America und Starbucks gehören bereits zu den ersten Kunden ... die wohl auf besondere Konditionen hoffen dürfen. Die Zeit wird zeigen, ob dieser Werbekanal wirklich hält, was er verspricht. Nach der ersten Testphase werde die Anzeigen wohl nach Page Impression (Einblendung/ User) abgerechnet, d.h. wie es bereits seit langem für Banner üblich ist. Nachdem die Anzeigen bei den Suchanfragen eingeblendet werden, können 1k Impressionen schnell erreicht werden.
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[1] - Nielsen: Twitter’s Tweet Smell Of Success
[2] - internetworld.de: Salesforce verbindet CRM mit Twitter
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